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Lübecker Sprach- und Kulturmittler*innen-Pool

Was ist KommMit?

Für Menschen mit nicht ausreichenden Deutschkenntnissen bestehen erhebliche Zugangsprobleme zu den Angeboten im Sozial-, Gesundheits- und Bildungsbereich, die eine gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe erschweren. Diese bestehende Problematik wird durch die aktuelle Fluchtbewegung verstärkt aber nicht verursacht. Langjährig bestehende Angebote, wie z.B. die Fachdienste für Migration und Integration belegen den bereits durch die Migrationsbewegungen der Vergangenheit entstandenen Bedarf.

Seit August 2016 haben wir in Lübeck eine Vermittlungsstelle für Sprach- und Kulturmittlung „KommMit“! Ziel ist es, die gegebenen Sprachbarrieren zunehmend abzubauen und den Prozess der interkulturellen Öffnung der Hansestadt Lübeck zu unterstützen.

Im Rahmen des Projektes „KommMit“ werden hierfür an anfragende Einrichtungen und Behörden qualifizierte Sprach- und Kulturmittler*innen vermittelt, z.B. für ein Elterngespräch an einer Schule oder ein Beratungsgespräch beim Jobcenter. Der Auftrag umfasst die sprachliche Übersetzungsarbeit in inhaltlich und zeitlich festgelegten Gesprächen. Darüber hinaus übernehmen Sprach- und Kulturmittler*innen keine weiteren Beratungs- oder Betreuungstätigkeiten.

Der Lübecker Sprach- und Kulturmittler*inenn-Pool „KommMit“ wird unter der Trägerschaft des Vereins für sozialpädagogische Projekte Sprungtuch e.V. von Rafael Jancen und Filiz Günsür geleitet. Gefördert wird dieses Projekt zunächst für zwei Jahre von der Hansestadt Lübeck und der Possehl-Stiftung.

Wir stehen im Austausch mit der Osnabrücker Vermittlungsstelle „SPuK Sprach- und Kommunikationsmittlung“ (Caritas), die bereits auf eine mehrjährige Vermittlungs- und Qualifizierungspraxis zurückblicken kann.

Folgen laienhaften Dolmetschens

Im Alltag wird versucht, sprachliche Barrieren durch den Einsatz von sogenannten Laiendolmetschern*innen, die sind in der Regel Verwandte und Bekannte oder auch Kinder der Familien, zu überwinden. Das jedoch bringt Problematiken mit sich, wie z.B. Loyalitätskonflikte durch die fehlende Neutralität der Übersetzenden, in Folge Abhängigkeitsverhältnisse, verfälschte Inhalte durch unzureichende Sprachmittlung und vor allem eine Überforderung der Kinder durch unangemessene Übernahme von Verantwortung, Rollendiffusion und Konfrontation mit nicht altersangemessenen Problematiken wie auch die daraus folgenden möglichen Auswirkungen auf den Integrationsprozess.

Zudem kann in solchen Fällen die volle Intention der in Anspruch genommenen Beratung bzw. des Gespräches nicht immer erreicht werde, was für die Mitarbeiter*innen der Einrichtung oder Verwaltung oftmals mit einem zeitlichen und/oder organisatorischen Mehraufwand verbunden ist. Hier setzt das Projekt Komm’Mit mit seinem Vermittlungsangebot an.

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